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Aktuell

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Aktuelle Veröffentlichungen

 

Freiwillig in die Krise – reguliert wieder heraus
Die globale Finanzkrise und die Verantwortung von Unternehmen und Banken
Mai 2009
Herausgegeben vom CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, DGB-Bildungswerk, Global Policy Forum, terre des hommes und ver.di.

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Die Krise auf den globalen Finanzmärkten hat gezeigt, was passiert, wenn die Politik den Forderungen nach Deregulierung nachgibt. Die Leidtragenden sind nicht nur die Menschen in den reichen Volkswirtschaften. Die Weltfinanzkrise hat ebenso massive Auswirkungen auf die soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung der armen Länder des Südens.

Im Vorfeld des Londoner G20-Gipfels am 2. April 2009 haben Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften grundsätzliche Reformen im Wirtschafts- und Finanzsystem eingefordert. In Deutschland haben das CorA-Netzwerk für Unternehmensverantwortung, das DGB-Bildungswerk, das Global Policy Forum, terre des hommes und ver.di bei einer gemeinsamen Fachtagung am 26. März 2009 in Berlin über Ursachen und Folgen der Krise informiert und diskutiert, welche institutionellen Reformen und neuen internationalen Regeln und Standards für Unternehmen und Banken notwendig sind, um derartige Krisen zukünftig zu vermeiden.

Die Vorträge der Tagung liegen nun gedruckt vor. Prof. Jörg Huffschmid (Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik) analysiert die Ursachen der Krise und die politischen Antworten der Regierungen; Pedro Morazán (Südwind-Institut) verdeutlicht die ökonomischen Auswirkungen der Krise in den Ländern des Südens; Barbara Happe (urgewald) formuliert Anregungen für eine sozial und ökologisch zukunftsfähige Finanzindustrie; Bernd Moritz (Kritische Aktionärinnen und Aktionäre) fordert neue Spielregeln für „systemrelevante“ Unternehmen und Gehaltsobergrenzen für Konzernmanager; Nicola Liebert (Netzwerk Steuergerechtigkeit) zeigt schließlich auf, wie Steueroasen die öffentlichen Haushalte in Industrie- und Entwicklungsländern schädigen und was getan werden muss, um diese Steueroasen trockenzulegen.

deutsch (pdf - 1.3 MB)



Aktuelle Veranstaltungen


 

Internationale Tagung: Die sozialen Folgen der globalen Finanzkrise - Zwischenbilanz und politische Konsequenzen

19. November 2009, 9:00-17:30 Uhr
Konferenzsaal Friedrich-Ebert-Stiftung, Haus 1, Hiroshimastr. 28, Berlin

Während es den Anschein hat, dass Ende 2009 die Talsohle der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise in Westeuropa und den USA überwunden ist und es wirtschaftlich wieder aufwärts geht, haben die Wellen des globalen „Finanz-Tsunamis“ viele Länder Osteuropas, Afrikas, Asiens und Lateinamerikas mit Zeitverzögerung erfasst. Mit der Konferenz wollen wir uns gemeinsam mit Partnern aus dem Süden einen Überblick über das Ausmaß der Krise in den Entwicklungsländern verschaffen; wir wollen die bisherigen Antworten der Regierungen auf die Krise analysieren; und wir wollen diskutieren, welche weiteren Maßnahmen auf internationaler Ebene nötig sind, um die gegenwärtigeKrise im Interesse der Menschen in den Ländern des Südens zu bewältigen und künftigen Krisen vorzubeugen. Dies geschieht in Kooperation mit dem internationalen Netzwerk Social Watch, dessen diesjähriger Report zum Thema „Making Finances Work: People First“ bei unserer Tagung präsentiert wird.


Präsentation: Der globale Schattenfinanzindex und die alternative Rangliste der Steueroasen

2. November 2009, 11.00-13.00 Uhr
Hotel Albrechtshof, Albrechtstraße 8, 10117 Berlin

Steuer- und Verdunkelungsoasen werden immer mehr zu Drehscheiben eines globalen Schattenfinanzsystems, das die Volkswirtschaften von Industrie- und Entwicklungsländern massiv schädigt und den öffentlichen Haushalten jährliche Einnahmeausfälle in dreistelliger Milliardenhöhe beschert. Die Finanzminister der G20 haben das Problem erkannt, aber bislang nur zaghaft darauf reagiert. Die OECD hat eine lückenhafte Liste von Ländern veröffentlicht, die die international vereinbarten Steuerstandards einhalten. Sie bescheinigt Schattenfinanzplätzen wie den Kaimaninseln, Luxemburg und Jersey, eine weiße Weste zu haben. Ihre "schwarze Liste" unkooperativer Staaten ist mittlerweile leer.

Das internationale Netzwerk Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network) legt nun erstmals ein effektiveres Instrument zur Beurteilung von Steuer- und Verdunkelungsoasen vor. Der Schattenfinanzindex (Financial Secrecy Index) rückt 60 Länder und Gebiete ins Rampenlicht, die aufgrund von Geheimhaltungsregeln und laxer Finanzmarktüberwachung illegale Finanztransfers, aggressive Steuervermeidungspraktiken und Korruption begünstigen.

Der Index basiert auf quantitativen und qualitativen Länderinformationen, die in einer weltweit einmaligen Datenbank nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden (www.secrecyjurisdictions.com). Sie bilden die Grundlage für die alternative Rangliste der Steuer- und Verdunkelungsoasen, die zeitgleich in verschieden Städten Europas und der USA präsentiert wird. Dies geschieht kurz vor dem nächsten G20-Finanzministertreffen am 7.-8. November in Schottland.

Einladung und Programm (pdf - 74kb)

Anmeldung (doc - 38 kb)

 

Fachgespräch zur UN-Konferenz über die globale Wirtschafts- und Finanzkrise : Die UNO zwischen den G20-Gipfeln
13. Mai 2009
Bonn, Friedrich-Ebert-Stiftung

Die Vereinten Nationen veranstalten vom 1. bis 3. Juni 2009 in New York eine internationale Konferenz zur globalen Wirtschafts- und Finanzkrise und ihren Auswirkungen auf die Entwicklung. Die Vorbereitungen dazu sind in New York in vollem Gange - bislang weitgehend unbeachtet von der Öffentlichkeit.

Aus diesem Grund haben die Friedrich-Ebert-Stiftung, das Global Policy Forum und terre des hommes beschlossen, kurzfristig zu einem Fachgespräch zur Vorbereitung auf die UN-Konferenz nach Bonn einzuladen.

Die Konferenz der UN soll sich in erster Linie mit den dramatischen Folgen der gegenwärtigen Krise für die Länder des Südens befassen. Die Konferenz findet statt zwischen dem zweiten G20-Gipfel von London und dem dritten G20-Gipfel, der für September 2009 in New York geplant ist. Mit ihr wird sich zeigen, ob die Vereinten Nationen in der künftigen Wirtschafts- und Finanzarchitektur eine nennenswerte Rolle spielen können, oder ob sie das Feld vollständig der G20 und den Bretton-Woods-Institutionen überlassen müssen.

Eine wichtige Grundlage für die auf der UN-Konferenz für Entwicklungsfinanzierung im Jahr 2008 beschlossene Folgekonferenz bildet der Report der UN-Expertenkommission zur Reform des internationalen Währungs- und Finanzsystems. Die Kommission unter dem Vorsitz des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz wird ihren Bericht Mitte Mai vorlegen. Bei unserem Fachgespräch wollen wir uns vorab über die zentralen Vorschläge des Berichts informieren und erörtern, wie sie sich in die Tat umsetzen lassen.

Außerdem wollen wir uns "aus erster Hand" über den Stand der Verhandlungen im Vorfeld der UN-Konferenz und die politischen Konfliktlinien informieren. Wir erwarten, dass bis zu unserem Fachgespräch ein erster Entwurf des Abschlussdokuments vorliegen wird.

Schließlich wollen wir darüber beraten, welche Vorschläge aus zivilgesellschaftlicher Sicht im Mittelpunkt der UN-Konferenz stehen sollten. Dabei wollen wir uns auf die vier Themenbereiche internationale Steuerkooperation, Entschuldung, innovative Finanzierungsinstrumente und UN-Reform konzentrieren. Gemeinsam mit Referentinnen und Referenten aus Politik und Zivilgesellschaft möchten wir diskutieren, ob die UN-Konferenz bei diesen Themen Fortschritte bringen kann?

Einladung, Programm und Anmeldung (pdf - 122 KB)

 

Aktuelle Pressemitteilungen


2. November 2009

 

Delaware (USA), Luxemburg und Schweiz führen den Schattenfinanzindex des Netzwerk Steuergerechtigkeit an

(Berlin, 2.11.09) Fünf Tage vor dem G20-Treffen in Großbritannien stellt das internationale Netzwerk Steuergerechtigkeit (Tax Justice Network) erstmals seinen Schattenfinanzindex (Financial Secrecy Index FSI) vor. Dieses neuartige Ranking listet den US-Bundesstaat Delaware auf Platz eins der Steuer- und Verdunkelungsoasen, noch vor Luxemburg, der Schweiz und den Kaiman­inseln. G20-Gastgeber Großbritannien steht mit der City of London auf Platz fünf.

Der Index trägt der Tatsache Rechnung, dass geringe Transparenz – undurchlässiges Bankgeheimnis, fehlende Publizitätspflichten für Unternehmen, Verschleierung der Eigentumsverhältnisse von Stiftungen und Trusts u. a. – für Steueroasen inzwischen zu einem ebenso wichtigen Standortfaktor geworden ist wie die geringe Besteuerung. Der Index, das Ergebnis zweijähriger unabhängiger Forschungsarbeit von Wissenschaftlern und Steuerexperten, erhebt systematisch die rechtlichen Rahmenbedingungen von 60 Schattenfinanzplätzen sowie deren jeweiliges Gewicht am globalen Finanzmarkt.

„Mit diesem bislang einzigartigen Ansatz werden neben den üblichen Steueroasen in der Karibik und dem Pazifik jetzt auch die großen Finanzplätze in London und den USA in den Blick gerückt, die weltweit maßgeblich zu Steuer- und Kapitalflucht beitragen“, sagt Klaus Schilder von terre des hommes, der den Index am Montag gemeinsam mit Misereor und dem Global Policy Forum für das deutsche Netzwerk Steuergerechtigkeit in Berlin vorstellt. Die Hälfte der zehn Spitzenplätze des Rankings werden von europäischen Ländern eingenommen (Irland: Platz 6, Belgien: Platz 9). „Bezeichnenderweise hatten die deutschen Krisenbanken IKB und Sachsen LB ihre hochriskanten Geschäfte, mit denen sie in die Pleite rutschten, in Delaware und Irland angesiedelt,“ so Schilder weiter.

Der FSI ist nicht zuletzt als Gegenentwurf zu der Schwarzen und Grauen Liste der Steueroasen gedacht, die die OECD seit April im Auftrag der G20 erstellt. „Diese Steueroasenlisten sind ein stumpfes und von politischen Rücksichtnahmen gezeichnetes Werkzeug“, hebt Jens Martens vom Global Policy Forum hervor. „Dabei benötigen Regierungen und Finanzinstitute gerade nach den Erfahrungen der Finanzkrise dringend ein objektives Instrument, um die Risiken, die von Schattenfinanzplätzen ausgehen, einschätzen und möglichst schnell beseitigen zu können.“

„Das OECD-Verfahren taugt bestenfalls zum Weißwaschen schmutziger Geschäfte“, betont auch Georg Stoll von Misereor. „Die öffentlichen Haushalte in Industrie- und Entwicklungsländern geraten immer tiefer in die roten Zahlen, während Armutsbekämpfung und Klimawandel gleichzeitig gigantische globale Kraftanstrengungen erfordern. Wie lange wollen die Regierungen unter diesen dramatischen Umständen einer jährlichen Steuerflucht von mehreren 100 Milliarden Euro noch zuschauen? Die G20 müssen sich endlich diesem Gerechtigkeitsproblem stellen.“

Das Netzwerk Steuergerechtigkeit fordert deshalb die G20 auf, sich auf ein multilaterales Abkommen zu automatischem Austausch von Steuerinformationen zu verständigen.

Der Schattenfinanzindex FSI kann eingesehen werden unter: www.financialsecrecyindex.com/

Kontakt: Georg Stoll, Mobil: 0179-4585888, This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it
Klaus Schilder, Mobil: 0177-4341642, This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it
Jens Martens, Mobil: 0170-7779005,
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11. April 2008
terre des hommes und Global Policy Forum warnen vor Rückschritt in der Entwicklungspolitik

»Die Bundeskanzlerin darf keinen Wortbruch begehen«

Bonn/Osnabrück, 11.4.2008:In einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel haben das Global Policy Forum Europe und das Kinderhilfswerk terre des hommes die Kanzlerin vor einem Wortbruch bei den zugesagten Entwicklungshilfemitteln gewarnt. Nach Auffassung der beiden Organisationen stehen die angekündigten Haushaltspläne des Bundesfinanzministers im Widerspruch zu den internationalen Verpflichtungen, die die Bundesregierung eingegangen ist. »Dies wäre ein schwerer Rückschlag für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit«, so Jens Martens vom Global Policy Forum, »der die Glaubwürdigkeit deutscher Politik in den Vereinten Nationen erheblich schädigen würde«. Im Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und SPD zugesagt, dass bis zum Jahre 2010 mindestens 0,51 Prozent des Bruttonationaleinkommens für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit aufgebracht werden sollen. Das von den Vereinten Nationen deklarierte Ziel von 0,7 Prozent sollte laut Vereinbarung bis zum Jahre 2015 erreicht werden. »Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die Mittel allerdings jährlich um rund 1,6 Milliarden Euro steigen«, erklärte Peter Mucke von terre des hommes. Tatsächlich wäre aber für 2009 nur eine Steigerung von 35 Millionen Euro vorgesehen, so der Geschäftsführer des entwicklungspolitischen Kinderhilfswerkes weiter. Das entspräche weniger als drei Prozent der angestrebten Summe.

Der Brief schließt mit einem Appell an die Kanzlerin, nicht wortbrüchig zu werden und die »Zusagen zur Erhöhung der deutschen Mittel für die Bekämpfung von Armut und Hunger und für die Bewältigung der Folgen des Klimawandels einzuhalten«.

Wortlaut des offenen Briefs:

Bundeskanzleramt
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Willy-Brandt-Straße 1
10557 Berlin

Bonn/Osnabrück, 11. April 2008

Offener Brief zu den Diskussionen um den deutschen Entwicklungshilfe-Etat

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

aus der Presse haben wir erfahren, dass der Bundesfinanzminister eine substantielle Erhöhung der deutschen Entwicklungshilfemittel im Haushalt 2009 verhindern möchte. Sollte er sich mit diesen Plänen im Kabinett durchsetzen, wäre dies ein schwerer Rückschlag für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und würde der Glaubwürdigkeit deutscher Politik in den Vereinten Nationen erheblichen Schaden zufügen.

Im Koalitionsvertrag hatten Sie sich ausdrücklich zu den Verpflichtungen, die sich aus dem EU-Stufenplan für die Erhöhung der deutschen Entwicklungshilfemittel ergeben, bekannt:

„Den Zuwachs unserer Mittel für öffentliche Entwicklungszusammenarbeit haben wir festgeschrieben und im Rahmen eines Stufenplans der EU vereinbart. Demnach werden wir bis 2006 0,33 Prozent und bis 2010 mindestens 0,51 Prozent unseres Bruttonationaleinkommens für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit aufbringen und das VN-Ziel von 0,7 Prozent spätestens bis 2015 erfüllen. Dazu tragen die Erhöhung der Haushaltsmittel, Entschuldung der Entwicklungsländer und innovative Finanzierungsinstrumente bei."

In Ihrer Rede vor dem Deutschen Bundestag am 12. September 2007 haben Sie diese Zusage bekräftigt:

„Wir haben internationale Verpflichtungen, und wir sind internationale Verpflichtungen eingegangen. Es ist jetzt unsere Aufgabe - es geht dabei um unsere Glaubwürdigkeit -, die Erfüllung dieser Verpflichtungen auch wirklich durchzusetzen."

Die Europäische Kommission hat in ihrer Mitteilung am 9. April 2008 sowie in ihrem Fortschrittsbericht zum Monterrey-Prozess über Entwicklungsfinanzierung kalkuliert, um welche Beträge die Mitgliedsstaaten ihre Entwicklungshilfe steigern müssen, um die eingegangenen Verpflichtungen zu erfüllen. Demnach muss Deutschland die öffentlichen Entwicklungshilfemittel von 8,961 Mrd. Euro 2007 auf 13,798 Mrd. Euro 2010 steigern. Das bedeutet eine jährliche Erhöhung um rund 1,6 Mrd. Euro.

Der bisherige Finanzplan des Bundes, auf dem der Bundesfinanzminister bislang beharrt, sieht aber für 2009 lediglich eine Erhöhung des Entwicklungshilfe-Etats um 35 Millionen Euro vor. Das wären noch nicht einmal drei Prozent der erforderlichen Summe.

Die Lücke zwischen den deutschen Verpflichtungen und der bisherigen Finanzplanung der Bundesregierung würde 2009 mindestens 1,581 Mrd. Euro betragen - vorausgesetzt die Entwicklungshilfe steigt im Jahr 2008 auf die erforderlichen 10,567 Mrd. Euro. In den folgenden Jahren wird sich die Lücke dramatisch vergrößern. Angesichts dieser Situation bitten wir Sie, uns und unseren Partnern in den Entwicklungsländern folgende Fragen zu beantworten:

  • Ist die Bundesregierung weiterhin bereit, Ihre Verpflichtungen aus dem EU-Stufenplan zur Erhöhung der deutschen Entwicklungshilfemittel zu erfüllen?
  • Auf welche Weise soll die sich aus den internationalen Verpflichtungen ergebende Steigerung der Entwicklungshilfemittel um mindestens 1,6 Mrd. Euro 2009 finanziert werden.
  • In welchem Umfang sind anrechenbare Schuldenerlasse vorgesehen?
  • In welchem Umfang erwarten Sie zusätzliche Einnahmen aus innovativen Finanzierungsinstrumenten?
  • In welchem Umfang sind Sie zu Erhöhungen der Haushaltsmittel für Entwicklungszusammenarbeit bereit, die über den gegenwärtigen Finanzplan des Bundes 2007-2011 hinausgehen?

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, die Bundesregierung wird im September 2008 beim von Gordon Brown initiierten „MDG-Gipfel" in New York und im November 2008 bei der zweiten Weltkonferenz über Entwicklungsfinanzierung in Doha Farbe bekennen müssen. Sie müssen dort vor der internationalen Gemeinschaft erklären, ob die Bundesregierung ihr Wort hält und ihre internationalen Verpflichtungen in praktische Politik umsetzt. Der Bundeshaushalt 2009 ist dafür der Lackmustest.

terre des hommes und das Global Policy Forum haben den Monterrey-Prozess mit unseren Partnerorganisationen aus dem Süden seit dem Jahr 2000 aktiv begleitet. Gemeinsam sind wir auch an den Vorbereitungen der Zivilgesellschaft auf die Doha-Konferenz 2008 beteiligt. Wir appellieren an Sie, nicht wortbrüchig zu werden und Ihre Zusagen zur Erhöhung der deutschen Mittel für die Bekämpfung von Armut und Hunger und für die Bewältigung der Folgen des Klimawandels einzuhalten. Bitte widersprechen Sie daher den Kürzungsplänen des Bundesfinanzministers.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Mucke

Jens Martens

Geschäftsführender Vorstand
terre des hommes Deutschland

Geschäftsführender Vorstand
Global Policy Forum Europe



Als Kopie an:
Heidemarie Wieczorek-Zeul, Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Peer Steinbrück, Bundesminister der Finanzen
Thilo Hoppe, Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung



05. Juni 2007
Transparenzpflicht auch für Banken und Rohstoffunternehmen in Deutschland

Heiligendamm, 5. Juni 2007: Die G8 haben in ihrem „Action Plan for Good Financial Governance in Africa" der Initiative für die Transparenz in der extraktiven Industrie (EITI) ihre Unterstützung zugesagt. Dazu erklärt das Global Policy Forum: „Wir begrüßen, dass die Bundesregierung sich für mehr Transparenz der Zahlungsflüsse zwischen Rohstoffkonzernen und Regierungen einsetzt. Die Initiative EITI ist ein erster Schritt in diese Richtung und hat bereits einige Fortschritte gebracht. Die Initiative hat ihre Grenzen jedoch dort, wo sie auf kooperationsunwillige Regierungen und Unternehmen stößt. Um diese Grenzen der Freiwilligkeit zu überwinden, sind verbindliche internationale Regeln zur Offenlegung der Zahlungsströme notwendig, wie sie die Publish What You Pay-Kampagne fordert..."

deutsch (pdf - 0,1 MB)

 

06. Juni 2007
750 Millionen reichen nicht, um Hilfszusagen einzuhalten

Heiligendamm, 6. Juni 2007: Zur Ankündigung der Bundesregierung, die deutsche Entwicklungshilfe im Jahr 2008 um 750 Millionen Euro zu steigern, erklärt Jens Martens, Geschäftsführer des Global Policy Forum Europe: „Die Ankündigung der Bundesregierung, im Jahr 2008 zusätzlich 750 Millionen Euro für die Armutsbekämpfung bereitzustellen, ist ein positives Signal. Diese Mittel werden aber bei weitem nicht ausreichen, um das Ziel zu erreichen, die öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) bis zum Jahr 2010 auf 0,51 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu steigern. Dazu hatte sich die Bundesregierung aber auf EU-Ebene verpflichtet..."

deutsch (pdf - 0,1 MB)


 

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